Tschüss Coaching-Lärm: Warum ich jetzt mehr Menschen erreiche, ohne eine einzige Coaching-Stunde zu verkaufen
- Sandra Hoppenz

- vor 4 Stunden
- 5 Min. Lesezeit

Irgendwann hat sich mein Tun nur noch wie Lärm machen angefühlt. Social-Media-Posts hier, Akquise-Mails dort, alle sechs Wochen ein neues Webinar und ständig und überall hab ich über meine Angebote reden müssen. Irgendwo in diesem Lärm habe ich das Wesentliche verloren: die Qualität meiner eigentlichen Arbeit. Die Energie, aus der heraus ich eigentlich Menschen begleiten wollte.
Heute verkaufe ich keine einzige Coaching-Stunde mehr. Und ich erreiche mehr Menschen als je zuvor. Hier ist, warum.
Kurzantwort Ich habe aufgehört, 1:1-Coachings und Gruppenangebote zu verkaufen, weil der Druck der Akquise die Qualität meiner Arbeit gefressen hat. Im 1:1 begleite ich eine einzige Person. Mit meinen Texten begleite ich viele, ohne den Lärm, der mich irgendwann mehr beschäftigt hat als alles andere.
Inhaltsverzeichnis:
5 Gründe, warum 1:1-Angebote und Gruppencoachings nicht mehr zu mir passen
Grund 1: Der Lärm hat die Qualität gefressen.
Ich habe gepostet. Ich habe akquiriert. Ich habe Webinare veranstaltet. Ich habe Erstgespräche geführt. Ich habe verhandelt. Und am Ende des Tages hatte ich keine Kapazität mehr für das, wofür ich eigentlich angetreten bin: Menschen durch das Human Design System zu begleiten. Der Aufwand, neue Klientinnen zu gewinnen, hat die Arbeit mit ihnen gefressen.
Grund 2: Die falsche Energie zieht die falschen Klientinnen an.
Es gab diesen Moment, in dem die Akquise aufhörte, Beziehungsaufbau zu sein und zur Überlebenstaktik wurde. Es ging irgendwann nicht mehr um die Klientin, die ich begleiten möchte. Es ging darum, dass ich meine Miete zahlen kann. Ich sage das bewusst so direkt, weil ich glaube, dass ich mit diesem Gefühl nicht allein bin. Wenn ich das spüre, dann weiss ich: Meine potenziellen Klientinnen spüren das auch. Und das ist so ziemlich das Gegenteil von dem, was ich mir für meine Arbeit wünsche.
Grund 3: Einen Scheiss musst du!
Hochpreis-Coaching. Social-Media-Präsenz. Webinare. Gruppencoachings. Ich habe wirklich alles ausprobiert. Und ich empfehle dir wärmstens, das ebenfalls zu tun. Wirklich. Probier alles aus. Teste nach Möglichkeit so viele Marketingstrategien aus, wie es für dich geht. Wenn es dein Ding ist, auf Social Media deinen Namen zu tanzen: Herzlichen Glückwunsch. Für mich war es das auf lange Sicht nicht. Es hat sich energetisch falsch angefühlt. Es hat mich ausgelaugt. Und diese Energie lügt nicht.
Grund 4: Ein 1:1 endet nach 60 Minuten. Meine Texte leben ewig.
Human Design hilft dir, dich selbst besser zu verstehen und selbstbestimmter zu leben. Darum will ich, dass das so viele Menschen wie möglich erreicht. Mit einer Coaching-Stunde begleite ich eine einzige Person. Mit einem Blogartikel, einer Magazinausgabe, einem Newsletter begleite ich viele. Über Jahre hinweg.
Grund 5: Ich bin der wichtigste Mensch in meinem Leben. Und du in deinem.
Meine Entscheidungen danach zu treffen, was andere vielleicht über mich denken könnten, ist im Alltag schon eine bekloppte Idee. Im Business ist das genauso bekloppt. Nur sagt sich das einfacher, als es in der Umsetzung ist. Mir wieder eine (richtig coole) Festanstellung zu suchen und meine mit viel Liebe erstellten Angebote loszulassen, hat sich anfangs ordentlich nach Versagen angefühlt. Nach Niederlage. Aber ich hör mir und meinem Tun für dich ja auch immer zu und hab mich daran erinnert: Ich habe eine Verantwortung mir selbst und meiner Energie gegenüber. Und diese Verantwortung ist die Voraussetzung dafür, dass ich überhaupt noch irgendetwas geben kann.
Bye, bye 1:1-Angebote und Gruppencoachings: Was ich stattdessen mache
Ich schreibe. Ich streiche das Wort Coach aus meiner Bio und bleibe Autorin, Bloggerin, Herausgeberin, Podcasterin.
Schreiben ist für mich Denken mit der Hand. Wenn ich schreibe, beginnt in mir ein Prozess. Die Worte fallen wie Puzzleteile an die richtige Stelle. Das Bild in meinem Kopf bekommt Farbe und Struktur. Ich schreibe über mein eigenes Experiment mit Human Design. Ich lebe das System. Ich teste es an mir selbst, an meinen Entscheidungen, an meinem Alltag und ich schreibe darüber, was ich dabei herausfinde. Ich bin mein eigenes Testimonial. Wenn ich es verstehe, wenn es sich für mich logisch und schlüssig anfühlt, kann ich es auch dir erklären. Heisst im Umkehrschluss, dass meine Texte keine Theorie Human Design Büchern ist. Du bekommst meine Erfahrung. Meinen Prozess. Meine Aha-Momente. Und auch die Stellen, an denen ich zweifle (das sind nicht wenige).
Ich widme mich meinem Blog. In regelmässig unregelmässigen Abständen erscheint eine neue Magazinausgabe. Ich kreiere Human Design Reports zu den verschiedensten Themen wie Gesundheit, Berufung, Liebe, Beziehung – hach, so viele Ideen, die endlich den Raum bekommen, weil der Lärm sich legt. Für die Sichtbarkeit konzentriere ich mich auf Pinterest und meinen Newsletter als meine einzigen Marketingkanäle. Beides ist evergreen. Beides passt zu mir.
Und noch etwas: Wer tiefer in Human Design einsteigen will, als meine Texte es vielleicht bieten, dem empfehle ich von ganzem Herzen die Kurse meiner Mentorin Anja Hauer-Frey. Ihre Art zu lehren deckt sich zu 100 % mit meinen Werten. Ich könnte versuchen, dasselbe anzubieten. Ich tue es nicht. Warum etwas Geniales kopieren, das Anja bereits so gut macht?
Was sich seit dem Abschied von meinen 1:1-Angeboten und Gruppencoachings verändert hat
Das Schreiben ist zu mir zurückgekommen. Ich hatte tatsächlich keine Lust mehr, Blogartikel zu schreiben. Auf einen neuen Newsletter haben meine Abonnent:innen Ewigkeiten warten müssen und die letzte Magazin-Ausgabe war Ende 2025. Meine kreative Kapazität war vollständig von anderen Dingen aufgesaugt worden. Jetzt sprudelt es wieder.
Neue Blogartikel schreiben sich fast von alleine. Der Relaunch meines Human Design Reports Kompakt ist in den Startlöchern. Ich freue mich auf die nächste Ausgabe des Human Design Magazins und auf das Portfolio-Magazin. Ich freue mich auf meine Texte. Auf meine Ideen, die endlich den Raum bekommen, den sie verdienen.
Und Pinterest? Ich bin so froh, dass das mein Marketingkanal ist. Einmal im Monat, 5 bis 6 Stunden, und dann ist gut. Das ist mein Tempo. Das passt zu mir. Dabei habe ich durch die Festanstellung «ur noch» 2 Tage in der Woche (plus das Wochenende) für mein Business. Und ich fühle mich produktiver als je zuvor.
Woran auch du merkst, dass es Zeit ist, etwas loszulassen
Ich glaube, die meisten von uns wissen es eigentlich schon. Nur sagen wir es uns noch nicht laut genug. Und das hier gilt nicht nur, wenn du selbständig bist. Du machst etwas schon so lange, dass du vergessen hast, warum du damit angefangen hast. Du freust dich innerlich, wenn etwas abgesagt wird, statt enttäuscht zu sein. Du redest öfter darüber, was du irgendwann ändern willst, als dass du es tust. Die Energie, die etwas kostet, steht in keinem Verhältnis mehr zu dem, was es dir gibt. Du machst es auf Autopilot. Kein Funkeln, keine Neugier, nur Abarbeiten. Du rechtfertigst es dir selbst gegenüber mehr, als du es geniesst. Der Gedanke «Das müsste ich eigentlich mal ändern» begleitet dich schon seit Monaten. Vielleicht Jahren.
Ich sage nicht, dass jedes Tief ein Signal zum Loslassen ist. Manchmal ist es einfach ein schwieriger Monat. Aber wenn das Widerstreben zum Dauerzustand wird und wenn du innerlich weisst, dass etwas nicht mehr stimmt, und du trotzdem weitermachst, weil du nicht weisst, was sonst: Dann ist das dein innerer Kompass, der zu dir spricht. Hör ihm zu!
Du musst nicht das Gleiche tun wie ich. Aber ich lade dich ein, dir diese eine Frage zu stellen: Was würde ich am liebsten weglassen?
Und wenn du jetzt fragst: Bereust du es?
Nö. Im Moment nicht. Genau wie meine Kündigung 2022 aus einem gut bezahlten und recht sicheren Job ist das Einstampfen von 1:1-Angeboten und Gruppencoachings eher eine mutige Entscheidung. Eine Entscheidung aus meinem Körper heraus. Und ehrlich gesagt: Das reicht mir.
Wenn dich das Thema Human Design beschäftigt und du mehr davon willst … du weisst, wo du mich findest. Im Blog. Im Magazin. Im Newsletter.

















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